Der Schriftsteller Max Bronski hat den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Roman für seinen Krimi „Oskar“ gewonnen. Auf Bronskis Lesestapel liegt ein österreichischer Klassiker ganz oben: „Neben meinem Bett stapelt sich ein Lektüreturm. Ein Buch gleich vorweg: Wolfgang Bortlik hat mir seinen neuesten Baselroman ‚Uferschnee‘ für eine lange Zugfahrt mitgegeben. Dem schweizerischen Anarchismus fühle ich mich anverwandt, darüber hinaus ist der Roman total lässig geschrieben. Auf meinem Merkzettel stehen jetzt Worte wie büscheln, Pendenzenhaufen und hirnen.
Und jetzt, alle in Deckung! Ich habe mir Arno Schmidt in der wunderbar gemachten Bargfelder Ausgabe besorgt. Das ist Prosa mit Hosenträgern, die sitzt immer, ist frech, dabei stets elegant!
Ganz oben liegt jedoch Heimito von Doderer: ‚Die Strudlhofstiege‘. Eine irre Lektüre, die einen zu den abseitigsten Vergleichen nötigt. Wie vor dem Gorillahaus. Da drinnen hocken Wesen, pelzig und unzugänglich. Durch Blicke und Gesten blitzt plötzlich etwas auf, und du glaubst alles zu verstehen. So begegnen mir Doderers Figuren. Der eine kennt diesen, der andere jenen, wenn man lange genug so weitererzählt, hast du die ganze Welt im Sack.“
Heimito von Doderer Die Strudlhofstiege, 909 S., 34,90 €, C.H. Beck, ISBN 978-3-406-39896-4
Kommentar hinterlassen zu "Max Bronski empfiehlt Heimito von Doderer"