Ein ermutigendes Signal erhielten der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) und die anderen Befürworter eines Buchpreisbindungsgesetzes: Rund einen Monat, bevor die das eidgenössische Wahlvolk am 11. März über die Gesetzesvorlage abstimmt, sieht eine repräsentative Umfrage der Rundfunkanstalt SRG das „Ja“-Lager im Vorteil: 48% der Befragten sprachen sich für das Gesetz aus, 39% dagegen.
Zum Zurücklehnen gibt die Umfrage freilich keinen Anlass: Da 13% der Befragten angaben, sie seien noch unentschieden, ist eine Mehrheit für die fixen Preise alles andere als sicher. Entsprechend engagiert werben beide Seiten in der Öffentlichkeit für ihre Position.
In einer Sendung des Schweizer Fernsehens brach neben SBVV-Präsidentin Marianne Sax und Diogenes-Geschäftsführer Stefan Fritsch auch der Autor Franz Hohler eine Lanze für die Preisbindung. Überhaupt liest sich die Liste der Unterstützer wie ein Who is who der eidgenössischen Literaturszene: Ein öffentliches Bekenntnis zu den fixen Preisen legten neben vielen anderen etwa der Kabarettist Emil Steinberger und die mit Schweizer und Deutschem Buchpreis geehrte Autorin Melinda Nadj Abonji ab.
Breiten Raum geben die Schweizer Medien aber auch den Gegnern des Gesetzes. So argumentierte u.a. Ex-Buchhändler Philipp Karger in der Zeitung „Der Landbote“, in England etwa gehe es der Buchbranche nach dem Fall der dortigen Preisbindung nicht schlechter: Da Bücher heute stärker als früher in Supermärkten und an Kiosken verkauft würden, sei „ihre Verfügbarkeit gestiegen, der Umsatz der Branche habe zugenommen“.
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