Nach einem stattlichen ersten Halbjahr blicken Deutschlands Einzelhändler überraschend pessimistisch aufs Finale: Die Stimmung ist so schlecht wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Buchhandel scheint eine Ausnahme zu sein.
Nach einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter rund 1300 Betrieben überwiegt erstmals seit dem Frühjahr 2010 wieder der Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Lagebewertung. Und das nach einem überdurchschnittlichen ersten Halbjahr, in dem die Einzelhändler ihre Erlöse um 2,6% steigern konnten. Aber: 45% der Betriebe mussten laut HDE in diesem Zeitraum Einbußen hinnehmen.
Besonders die steigenden Kosten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe ließen den Verbrauchern weniger Geld für den Konsum und drückten zusätzlich über die Betriebskosten auf die Margen der Händler, sucht HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth nach Gründen für die schlechte Stimmung. Gleichwohl hält der Branchenverband an seiner Umsatzprognose von +1,5% für das Gesamtjahr fest. Und glaubt, dass die Beschäftigtenzahlen zumindest stabil bleiben.
Online-Handel gehört zu den GewinnernZu den Gewinnern zwischen Januar und Juni zählten laut HDE Uhren-, Schmuck-, Unterhaltungselektronik-, Sport-, Campingartikel-, Spielwaren- und Wohnmöbel-Händler – und der Online-Handel, der ein Umsatzplus von rund 13% hingelegt habe.
Dabei könnten nicht nur die „pure player“ profitieren, sondern auch die stationären Händler mit Online-Vertriebsschiene: 56% der Multichannel-Anbieter gehen laut HDE von steigenden Umsätzen im laufenden Jahr aus. 14% der Multi-Channel-Händler setzten aktuell bereits 3 bis 10% ihres Umsatzvolumens über das Internet um, weitere 11% erzielten mehr als 10% außerhalb des stationären Geschäfts. Der Internethandel wird nach Prognosen des Verbands 2012 einen Gesamtumsatz von 29,5 Mrd Euro erzielen (+13% zum Vorjahr).
Umgekehrte Vorzeichen im Buchhandel
Im Vergleich zum gesamten Einzelhandel scheinen die Vorzeichen im Buchhandel umgekehrt zu sein – nach dem Motto: Nach einem düsteren ersten Halbjahr kann es nur besser werden:
- Beim Umsatz mit Büchern und verwandten Medien verlor der Sortimentsbuchhandel in sechs Monaten nach buchreport-Zahlen 2,8% an Umsatz.
- Ein ähnliches Bild ergibt sich mit Blick auf die Tabellen des Statistischen Bundesamts, nach denen der Buchhandel mit einem nominalen Umsatzminus von 3,4% im ersten Halbjahr das Schlusslicht im gesamten Einzelhandel war.
- Doch nach zwei Dritteln des Jahres lagen die Erlöse nach dem buchreport-Umsatztrend nur noch minimal unter dem Vorjahreswert (–0,7%).
- Und bis zum Zieleinlauf dürften Top-Titel wie der zweite „Fifty Shades“-Band sowie der erste Erwachsenen-Roman von Joanne K. Rowling, „Ein plötzlicher Todesfall“, das Sortiment in den schwarzen Bereich katapultieren.
Worüber schreibt man hier eigentlich. Ich habe mal nachgerechnet, was ein Autor für ein Buch einnehmen kann. Bei einem 70 % Vertrag sind es 408,– Euro im Jahr. ( 900,– 1 Buch, -Mwst. verbleibt 729, -handling des Vertriebs verbleibt 583,–, bei 70 % Vertrag verbleibt 408,– .) Diese 408,– Euro darf der Autor nun versteuern. Jetzt kommt aber noch, daß er u.U. kein Bestseller Autor ist, denn in diese Rechnung sind alle einbezogen. Also wird er mit einem klainen Bruchtel vorlieb nehmen müssen. Ergebnis : Der Vertrieb möchte gern von sich sagen, daß 120000 ebooks bei ihm im Angebot sind. Gekauft werden die Bestseller.
Die allgemeinen Hersteller sollten sich lieber in die Sonne legen, wenn eine scheint.