Verlagsumzüge provozieren gewollt oder nicht Personalabgänge. Auch der für den 1. Juli geplante Teilumzug des Verlags Herder von Freiburg nach München verläuft nicht reibungslos und sorgt fürs Ausscheiden von Führungskräften: Ein herber Verlust dürfte vor allem der Abschied von Burkhard Menke sein. Der Theologe, der als Cheflektor Religion unter anderem für die Veröffentlichungen von Papst Benedikt XVI. zuständig war, wechselt zum Katholischen Bibelwerk (Stuttgart), genauso wie sein Kollege Ulrich Sander, der bei Herder das Geschenkbuchprogramm geleitet hat. Beide Stellen würden in Kürze neu besetzt, kündigte ein Verlagssprecher auf buchreport-Nachfrage an.
Den im Oktober angekündigten Teilumzug der Publikumssegmente (Politik und Gesellschaft, populäre Religion, Psychologie und Lebenshilfe) mit Marketing, Lektorat und Pressebereich hatte Verleger Manuel Herder (Foto: Herder Verlag ) damit begründet, einen „bedeutenden Medienstandort“ erschließen zu wollen. Ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. Wieviele der 25 betroffenen Mitarbeiter mit nach München umziehen werden, stehe immer noch nicht fest. Die übrigen 150 Mitarbeiter in den Bereichen Theologie und Pädagogik mit wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften bleiben in Freiburg.
Man kann jetzt hoffen und auch wünschen, dass dem Herder Verlag in Freiburg/Breisgau dieser Beginn in München glückt, der Verlag sich nicht zu sehr verzettelt und seinen tradtitionellen Stammsitz in Freiburg weiter behält.
Wichtig ist vor allem, dass Herder weiter die Theologie in seinem Verlagsprogramm pflegt.
H. Kraft